Eugenia Johrend erzählt in diesem Buch die bemerkenswerte Lebensgeschichte Marias neu: von ihrer Jugend in den europäischen Königshäusern über ihre Rolle an der Seite Ferdinands I. von Rumänien und ihren Einsatz für ihre neue Heimat in Zeiten von Krieg und Umbruch, ihrer gefeierten USA-Reise bis zu ihrer überraschenden Hinwendung zum Bahá’í-Glauben und ihrer verhinderten Pilgerreise ins Heilige Land. Im Mittelpunkt steht eine wenig bekannte, aber tief bewegende spirituelle Dimension ihres Lebens, die durch Begegnungen mit Martha Root und den Einfluss Shoghi Effendis eine unerwartete Tiefe gewann.
Auf der Grundlage historischer Quellen, Briefe, Tagebucheinträge und Zeitzeugnisse zeichnet Johrend das Porträt einer Königin zwischen Pflicht und Sehnsucht, zwischen politischer Verantwortung und innerer Berufung. Marias zunehmende Offenheit für die Botschaft Bahá’u’lláhs und ihr Schmerz über Europas Rückfall in Despotie und Gewalt am Vorabend des Zweiten Weltkrieges machen diese Biografie zugleich zu einer eindringlichen Erzählung über Glauben, Mut und geistige Standhaftigkeit.
So entsteht mehr als nur eine Lebensbeschreibung: ein lebendiges Panorama rumänischer Geschichte und das beeindruckende Bild einer Frau, die nicht nur ein Land prägte, sondern auch eine spirituelle Reise antrat, die bis heute berührt.
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Eugenia Johrend, Jahrgang 1950, wurde in Rumänien geboren und war dort als Fremdsprachensekretärin für Deutsch und Französisch tätig. Gemeinsam mit ihrem Ehemann wanderte sie 1988 nach Deutschland aus. Sie lebt heute in Wildsachsen im Taunus. Neben »Gott liebt mich«, »Pas de deux«, »Norika und Thomas« ist »Die spirituelle Reise einer Königin« ihre vierte Veröffentlichung als Schriftstellerin.
Grundlage ihres Buches über Königin Maria sind erstmals ins Deutsche übersetzte historische Korrespondenzen aus dem Internationalen Bahá’í-Archiv in Haifa und Tagebuchaufzeichnungen der Königin aus dem rumänischen Staatsarchiv, wie sie Della L. Marcus erstmals in ihrer bahnbrechenden Biografie Her Eternal Crown der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte, sowie einschlägige biografische Vorarbeiten durch Hannah Pakula, die Johrend in die Darstellung der jüngeren rumänischen Geschichte bis 1947 einzubetten versteht. Dadurch entsteht ein facettenreiches Porträt einer Monarchin zwischen öffentlicher Verantwortung, internationaler Ausstrahlung und innerer Glaubenssuche.